El Clasico_Unrühmlicher Abschluss einer Blamage

30 11 2010

Ich wollte Euch nur ein schönes Video der letzten Aktion im Duell zwischen Barcelona und Madrid (5:0, der höchste Sieg seit 1994) nicht vorenthalten.

In Hälfte eins hatte Cristiano Ronaldo ja schon Barca-Trainer Pep Guardiola umhergeschuckt, aber Sergio Ramos packte in der Nachspielzeit noch tiefer in die Aggrokiste, schlug erst Messi um, stieß anschließend Puyol zu Boden und schubste beim Abgang nach seinem Platzverweis noch Xavi weg.

Das Video zeigt ab der Hälfte zwar nur noch ein Foto, aber bis dahin wirkt es vor allem durch die Musik sehr unterhaltsam. Eine Demontage der Madrilenen auf voller Linie, dessen Tore die Bild HIER schön zusammenfasst.

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Der Stellenwert steigt und steigt_Anatoli Timoschtschuk überzeugt als Ballverteiler und Torschütze

30 11 2010

Am Ende hatte er es eilig. Anatoli Timoschtschuk wollte seine Trophäe nach dem 4:1-Sieg des FC Bayern über Eintracht Frankfurt schnell in Sicherheit bringen. Der Ukrainer in Diensten des Rekordmeisters rannte nach der Ehrenrunde direkt in die Katakomben, um den Spielball zu sichern – als Geschenk für seinen Vater. Schließlich hatte er damit zwei Tore erzielt, erstmals in der Bundesliga.

„Es war der schönste Tag hier in München auf dem Spielfeld“, sagte der Vater von Zwillingen. „Ich bin froh, wenn die Mannschaft gewinnt, und ich bin froh, wenn ich zwei Tore schieße.“ Der zurückhaltende Ukrainer erklärte, dass er den Bayern auch gerne „vorne hilft, wenn ich ein gutes Gefühl habe“. So ein Doppelpack werde aber nicht oft passieren, daher freute ihn die Tatsache, bester Schütze des Nachmittags gewesen zu sein, genauso wie das „gute und schnelle Spiel“ seines Teams.

Die Vorgabe war klar: Nur ein Sieg ist akzeptabel. Zehn Punkte aus den verbleibenden vier Spielen in diesem Jahr hatte Louis van Gaal gefordert. Der erste Schritt ist gemacht, was auch zu einer ruhigeren Jahreshauptversammlung morgen führen dürfte. „Ich denke, dass wir vielleicht unser bestes Spiel in dieser Saison gemacht haben“, sagte der Trainer, „das Team hat Leidenschaft und Überzeugung gezeigt.“

So auch Anatoli Timoschtschuk. Der Ukrainer war fast immer anspielbereit, passt seine Bälle mittlerweile auch vertikal, nicht wie früher hauptsächlich horizontal. Das gefällt van Gaal. „Bei unserem Trainer muss er seine Rolle anders als in St. Petersburg interpretieren, diese Umstellung hat gedauert“, sagte der Torhüter Jörg Butt, „aber er nimmt die Vorgaben an und setzt sie sehr gut um.“ Er habe selten einen so professionellen Spieler erlebt, sagte Butt. Auch zu Reservistenzeiten habe sich Timoschtschuk „sensationell verhalten“. Auch deshalb genießt Timoschtschuk einen hohen Stellenwert in der Mannschaft.

Angesichts der aktuellen Leistungen muss sich Timoschtschuk keine Gedanken über die Ersatzbank machen. Er weiß aber um die Konkurrenz. Mark van Bommel ist beispielsweise wieder fit, und im Zentrum des Bayern-Spiels erwartet man auf Dauer eher den Niederländer, Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos. Timoschtschuk spielte aber auch schon in der Innenverteidigung, und dort schwächelt derzeit vor allem Daniel van Buyten. Timoschtschuk freute sich aber erst einmal über seine zwei Tore und den eingeheimsten Spielball.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (29. November 2010)





Clever gedacht, dämlich umgesetzt_eine königliche Inszenierung

23 11 2010

José Mourinho zählt sicherlich zu den cleversten Trainern der Welt, wenn er nicht gar der cleverste ist. Da weißt der Trainerfuchs doch seine beiden Spieler Xabi Alonso und Sergio Ramos im Champions League Spiel gegen Amsterdam an, einen Platzverweis mit Gelb-Rot zu provozieren, damit diese im nächsten – äußerst unwichtigen – Gruppenspiel gesperrt sind und dafür in die darauffolgende K.O.-Phase ohne eine vorbelastende Gelbe Karte zu starten.

Folgendes Video hat die stille Post der Madrilenen schön zusammengefasst. Dabei finde  ich die Art des Befehls gar nicht so dämlich, weil Mourinho nah an Alonsos Ohr geht und sich auch noch seinen Mund bedeckt. Allerdings ist es recht ungeschickt, dass in den Folgeminuten beide Akteure wegen Spielverzögerung vom  Platz müssen – und dann auch noch eine richtig schlecht inszenierte Provokation mit Stutzen hochziehen  und fünf Mal anlaufen aufführen. Der Höhepunkt ist dann sicherlich Ramos‘ Handschlag mit dem Schiedsrichter.

Eigentlich sollten die Spieler schon allein wegen Dämlichkeit bestraft werden. Ob das nun fair oder einfach nur clever auf die Regeln abgestimmt ist, ist eine ganz andere Diskussion. Auf alle Fälle hat der Meister seinen Lehrlingen offensichtlich nichts von der eigenen Cleverness mit auf den Weg gegeben.

Hier noch eine Umfrage zu Eurer Meinung bezüglich der Aktion von Real Madrid.

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Little Big Berlin

23 11 2010

Hey Leute,

habe mir gerade ein tolles Video über Berlin vom Vimeo-User pilpop angeschaut. Wurde über den turi-Newsletter empfohlen und ist wirklich absolut sehenswert. Mit einem sehr schicken Miniatureffekt. Das Video macht optisch und akustisch sehr viel her.

Schaut’s Euch einfach an. Viel Spaß.





Seit Zavackas da ist, wird es auch mal laut

18 11 2010

Basketball Der wiedergenesene Litauer bringt Emotion ins Spiel des Bundesligisten EnBW Ludwigsburg.

Donatas Zavackas ist wie ein tragender Baustein. Das sieht jedenfalls Markus Jochum so, wenn der Trainer des Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg über seine langfristige Planung spricht: „Mein Konzept für die Flügelposition war auf einen Spieler seines Profils zugeschnitten.“ Durch dessen Verletzung im Testspiel gegen Nancy Mitte September „veränderte sich viel“.

Jochum vergleicht den Ausfall des Litauers und die mäßigen Leistungen des Spielmachers Jerry Green mit einem „fehlenden“ und einem „bröselnden Stein“. „Dadurch wackelt das Haus“, sagt der Baumeister Jochum und meint den schlechten Saisonstart des Teams. Mit Zavackas hätten die Ludwigsburger schon öfter gewonnen, da ist sich der Coach sicher. Nun befindet sich Green im Aufwärtstrend, und Zavackas betritt seit zwei Spielen wieder das Parkett. Sein Innenbandanriss im Knie ist ausgeheilt, die Ludwigsburger zeigten in Frankfurt vor einer Woche zumindest die richtige Einstellung und gewannen am Samstag in Bonn.

„Es ist aber eher ein Zufall, dass Donatas genau dann zurückkam, als ein Ruck durch das Team ging“, sagt Jochum, „er ist ein Unterstützer des Aufschwungs, aber nicht der Auslöser.“ Zavackas, der im September Vater wurde, warf in seinen insgesamt 41 Minuten in Frankfurt und Bonn zwölf Punkte und holte 13 Rebounds. „Eindrucksvoll“ fand der Teammanager Mario Probst das Comeback. Zavackas selbst ist hauptsächlich froh, wieder dabei zu sein. „Nichts machen zu können ist hart“, sagt der Spieler, der im Sommer aus Litauen nach Deutschland kam: „Ludwigsburg war die beste Option für mich und meine schwangere Frau.“ Bei den vielen Niederlagen des Teams sei er „vor allem traurig“ gewesen.

Jetzt konzentriert sich Donatas Zavackas darauf, seine Treffsicherheit und die alte Fitness wiederzuerlangen. Dabei erzielte der 2,03-Meter-Mann am Montag sowohl beim Ausdauer- als auch beim Sprinttest bereits ordentliche Werte, wie der Athletiktrainer Benjamin Pantoudis sagt. „Aber bei Donatas geht noch mehr, in zwei Wochen ist er wieder richtig gut dabei“, fügt der Fitnesscoach an, „er kann sehr, sehr optimistisch in die Zukunft schauen.“

Die Erwartungen an den Litauer sind hoch. Druck verspürt Zavackas aber keinen, da ist er mit seinen 30 Jahren und nach Spielzeiten in den USA, Polen, Italien, Frankreich, Belgien und der Ukraine erfahren genug. „Ich versuche, dem Team immer etwas zu geben“, sagt Zavackas, „denn ich will in jeder Situation gewinnen, nicht nur im Basketball.“ Da kommt es auch schon einmal vor, dass er seine Teamkollegen anraunzt, wenn er unzufrieden ist.

„Das findet nicht jeder Spieler toll, aber es ist wichtig“, sagt Zavackas. Seinem Trainer gefällt dies. „Wir haben eine sehr gute Stimmung im Team. Aber es muss auch einer laut werden, wenn es nicht läuft. Das hat im Training etwas gefehlt“, sagt Jochum – und genau das habe Zavackas in der „litauischen Schule“ gelernt. Dessen emotionale und energische Spielweise kann den Ludwigsburgern nur guttun, denn der Basketballclub läuft auf Platz 15 in der Bundesliga den eigenen Erwartungen weit hinterher. Die Videoanalyse der desolaten Leistung im jüngsten Heimspiel gegen Trier hat „die Mannschaft aufgerüttelt“, wie Jochum sagt. Das Comeback des als Leistungsträger eingeplanten Zavackas soll den Effekt in den nächsten Wochen noch verstärken.

Donatas Zavackas wirft gut, erkämpft sich unter dem Korb viele Bälle, schafft Freiräume, übernimmt Verantwortung und sorgt für Stabilität sowie Disziplin – ein kompletter Spieler also. Kein Wunder, dass ihn der Trainer als tragendes Element in seiner Mannschaft sieht. Die ist mit der Rückkehr von Donatas Zavackas und Ziyed Chennoufi vollständig.

Nach der ersten schweren Verletzung seiner Karriere muss der Litauer die Ludwigsburger Kollegen nun erst einmal richtig kennenlernen, schließlich hat er bisher kaum mit der Mannschaft trainiert. Zavackas scheint diesbezüglich optimistisch zu sein, das lässt jedenfalls sein Saisonziel vermuten: „Hoffentlich kommen wir noch in die Play-offs.“ Um diesen Plan umzusetzen, soll am Sonntag in Bremerhaven ein wieterer Sieg folgen. Damit das klappt, muss auch Zavackas eine gute Leistung abrufen. Denn einen wieder eingesetzten Stein, der bröselt, können die Ludwigsburger nicht gebrauchen.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (17. November 2010)





Der Verzicht auf die Sachertorte

14 11 2010

Es ist ein Donnerstag im August 2000. Morgen wird Matthias Steiner seinen 18. Geburtstag feiern. Zu Hause riecht es nach Schokolade und Marillenmarmelade – Zutaten für die Sachertorte der Mutter, die es jedes Jahr zum Fest gibt. Doch der junge Mann darf die Zuckerbombe zur Feier der Volljährigkeit nicht essen. Er sollte am besten für immer auf Sachertorte verzichten. Das hat der Gewichtheber soeben erfahren – die Ärzte haben bei ihm einen Diabetes mellitus Typ eins diagnostiziert. Sein Körper produziert kein Insulin, das Hormon ist aber lebensnotwendig. Er muss sich seit diesem Sommertag vor zehn Jahren das Insulin nun regelmäßig in den Körper spritzen.

Steiner kann sich noch an die Gefühle von damals erinnern. „Da kommt alles zusammen. Das ist wie ein riesiger Hammer, der dir auf den Kopf gedroschen wird“, sagt der Olympiasieger von 2008. „Dein schönes Leben ist vorbei.“ Er brauchte einige Wochen, bis er realisierte: „Ich bin ja gar nicht so krank und kann mein Leben relativ normal weiterführen.“ Der heute 28-jährige Österreicher, der inzwischen für Deutschland startet, hat sich mit der Krankheit arrangiert. Er passt den Diabetes dem Gewichtheben an und nicht mehr umgekehrt. „Der Sport macht es mir schon einfacher“, sagt er, „denn Bewegung und Sport sind unerlässlich für den Diabetiker.“

Der Olympiasieg in Peking machte Steiner zu einem Star – und durch die mediale Präsenz auch zu einem Vorbild für andere Diabetiker. Er tritt bei Veranstaltungen auf, spendet Mut, zeigt, wie man mit der Zuckerkrankheit glücklich und erfolgreich leben kann. Zum morgigen Weltdiabetestag wird er in Berlin sprechen, solche Termine sind ihm wichtig. Er erzählt dann von seinen Erfahrungen mit dem Diabetes, davon, dass seine Frau nachts die „Schlafpolizei“ spielt und ihn weckt, wenn er im Unterzucker anders atmet oder schnarcht.

Matthias Steiner steht trotz Diabetes mitten im Leben. Er wechselt die Windeln seines Sohnes Felix, schwitzt in der Trainingshalle, stemmt Gewichte im Wettstreit mit den Besten der Welt. Er beschloss kurz nach der Diagnose vier „sehr entscheidende Dinge“, wie er in seiner Biografie schreibt: die Krankheit nicht als Krankheit, sondern als neuen Lebensumstand zu begreifen; Ratschläge von Medizinern und Betroffenen nicht als Gesetz, sondern als Hilfe anzusehen, um große Fehler zu vermeiden; mittels Erfahrungen eine dauerhafte, lebbare Lösung zu finden; sich nicht von den Zielen abbringen zu lassen. „Man muss immer am Plan festhalten“, sagt er, „wenn man schon bei den Zielen Abstriche macht, ist auch die Umsetzung ein Problem.“

Er hat keine Abstriche gemacht – und ist zu einem der besten Gewichtheber der Welt aufgestiegen, gründete eine Familie und musste auch noch den Unfalltod seiner ersten Frau verarbeiten. Um das alles zu stemmen, bedarf es einer großen Disziplin. Diese Eigenschaft ist eine Konstante in Steiners Leben, sie begleitet ihn auch im Umgang mit dem Diabetes. Ein Zuckerkranker muss immer gut vorbereitet sein und eine „Notration“ dabeihaben, um trotz der Krankheit flexibel leben zu können, sagt Steiner. „Ich empfehle Trockenobst, Datteln oder Aprikosen. Die sind temperaturresistent und können im Winter und im Sommer im Auto herumliegen.“

Für den Diabetesexperten Matthias Blüher vom Uniklinikum Leipzig ist Steiner kein Wunder. Die Krankheit schränke ihn zwar ein, aber: „Als wesentliche Voraussetzung für den Leistungssport sehe ich den eisernen Willen. Das klingt banal, aber die Motivation macht tatsächlich 90 Prozent aus“, sagt Blüher. Die Worte des Experten lassen sich auf andere Lebensbereiche übertragen, und so eignet sich Steiner nicht nur für die Sportbegeisterten unter den etwa sechs Millionen Diabetikern in Deutschland als Vorbild.

Er hat den Kampf gegen die Krankheit nie aufgegeben und sich mit ihr arrangiert. Bei einer Sache regt sich Steiner aber immer noch auf. Wenn er nach dem Zähneputzen, kurz vor dem Schlafen noch einmal seinen Zuckerwert misst und sich eine Unterzuckerung andeutet, dann „nervt das am allermeisten“, sagt der Gewichtheber und ergänzt sein Credo im Kampf gegen den Diabetes: „Ich habe keine Wahl. Wenn man sich dessen bewusst ist, wird es einfacher.“ Vor der Zukunft fürchtet sich Matthias Steiner nicht, Respekt hat er aber. „Ich bin mir immer bewusst, was passieren kann. Das sollte man nie außer Acht lassen.“

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (13. November 2010)





Die Zeit der Ausreden ist vorbei_Ludwigsburg nach weiterer Niederlage mit Sonderschicht

12 11 2010

Markus Jochum war sauer. Beim Stande von 63:76 gegen seinen Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg vergab der Gegner aus Trier einen Wurfversuch. Der Ball prallte vom Ring ab, doch kein Ludwigsburger war in der Nähe, so dass das Spielgerät auf den Boden sprang und Trier mühelos erneut angreifen konnte. Das Publikum pfiff, der Trainer Jochum schimpfte und fand nach der verdienten 69:82-(29:42-)Niederlage vor 2500 Zuschauern in der heimischen Arena am Samstagabend deutliche Worte: „Wir waren auf jeder Position unterlegen, Trier konnte ganz einfach frei stehend punkten. Sowohl vom Kopf als auch von den Beinen her hatten wir nicht genügend Intensität.“ Nach sieben Spielen und fünf Niederlagen sei die Zeit gekommen, „genau hinzuschauen“.

Das taten die Ludwigsburger dann gestern bei einer spontan einberufenen Trainingseinheit. „So ein Spiel können wir nicht unbeantwortet lassen“, sagte der Assistenztrainer Steven Clauss, „wir müssen mehr Zeit investieren, um die Macken aus dem System rauszukriegen. Es sind sehr viele kleine Ungereimtheiten im Spiel, und wir machen immer wieder neue Fehler.“ Das Team finde vorne und hinten keinen Rhythmus. So auch gegen Trier.

Die Gastgeber verschliefen nicht nur den Beginn (0:7 und 5:17 im ersten Viertel), sondern ließen dem Gegner auch viel zu viel Raum für dessen Angriffe. Auffallend war das Fehlen der Automatismen, die nach sieben Saisonspielen eigentlich vorhanden sein sollten. Die Ludwigsburger schauten sich in der Defensive immer wieder an und diskutierten miteinander, als wüssten sie nicht, wo sie selbst stehen müssen und wer welchen Laufweg zustellt.

„Derzeit sind auch einfache Dinge schwierig“, sagte der Flügelspieler Johannes Lischka, der beim schlechten Saisonstart der Ludwigsburger noch zu den Lichtblicken zählte, aber gegen Trier auch nicht gut verteidigte. Jochum lobte ihn dennoch: „Er gibt immer 100 Prozent und ist unser effektivster Mann. Andere Spieler haben zwar mehr Potenzial, bräuchten aber dieselbe Intensität.“

Lischka eignet sich tatsächlich als ein Vorbild für gute Einsatzbereitschaft, doch der Wille war gegen Trier gar nicht so entscheidend. Gekämpft haben die Ludwigsburger. David McCray zum Beispiel, der sich an seinem 24. Geburtstag selbst beschenken wollte. Oder Jerry Green, der weiß, dass es langsam an der Zeit ist, Verantwortung zu übernehmen. Oder eben Johannes Lischka. „Ich bin nicht der Einzige, alle zeigen Einsatz“, sagte er, „aber es klappt einfach nicht. Wenn wir weiterhin verlieren, dann sind wir im Abstiegskampf.“

Genauso wie Jochum war auch Lischka ein wenig ratlos, warum es derzeit nicht läuft in Ludwigsburg. Die Ausrede, man müsse sich erst einspielen, gilt jedenfalls nicht mehr. Darin sind sich die Protagonisten genauso einig wie darüber, dass es an der Kommunikation zwischen Trainer und Mannschaft nicht mangelt. Jochum: „Irgendwann kommt der Punkt, wo jeder Spieler die Sache selbst in die Hand nehmen muss und die in ihn gesetzte Erwartung bestätigt. Das kann ich keinem abnehmen.“

Einer, der das bis zu seinem Innenbandriss im Knie gezeigt hatte, ist Donatas Zavackas. In dessen Rückkehr setzen die Ludwigsburger große Hoffnung. Das Spiel am Mittwoch in Frankfurt kommt für den Litauer aber noch zu früh.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (8. November 2010)