Vollgas auf UKW, in Lettern und über die Bildröhre

26 07 2009

Die Autohupe im Stakkatostil drücken, weil gerade das 2:0 des KSC gegen Schalke wie Honig aus dem Radio fl ießt. Die Fernbedienung auf den neuen Parkettboden knallen, weil die nächste Flanke von Ludovic Magnin im A-Block landet. Mit dem Marmeladenmesser völlig perplex durch die Hausmacherleberwurst fahren, weil die Tabelle für den SC Freiburg besser aussieht, wenn man die Zeitung dreht. Jeder kennt diese und ähnliche Reaktionen. Und wer hat Schuld daran? Die Medien! Die SportSirene war mit den Übeltätern unterwegs.

Vier Typen, drei Medien, zwei Halbzeiten und eine Leistung: Schnell, präzise und trotzdem kreativ arbeiten. Das sind die Grundanforderungen an einen modernen Reporter beim Fußballspiel. Die Rubrik „Herzblut“ zeigt, welche Leistung die Bundesligapartie des VfB Stuttgart gegen den MSV Duisburg einem Sportjournalisten abverlangt. Marko Schumacher und
Peter Stolterfoht an den Stiften, Oli Frick am Mikrofon und Tom Bartels in der Fahrerkabine des Lastwagens vor dem Gottlieb-
Daimler-Stadion.

Samstagmittag, 13:30 Uhr – Bereits zwei Stunden vor Anpfi ff stehen Redakteure, Kameramänner, Tontechniker und Tom Bartels, heute Reporter für den Sportschaubeitrag in der ARD, zur Lagebesprechung vor dem Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart  zusammen. Bartels erfährt: Um 19:10 Uhr ist er für 8:30 Minuten auf Sendung. Die Sportschau gibt zudem die Vorgabe, dass der VfB-Stürmer Mario Gomez der Einstieg in seine Story sein soll.

14:45 Uhr – Im Pressezentrum unter der Haupttribüne des Stadions herrscht reges Medientreiben. Vor allem die  Presseinformationen, mit den Teamaufstellungen, den Verletzten und den Statistiken drauf, sind schnell vergriffen. Beim Blick auf die Tabellensituation wird klar: Der VfB, der nur einen Zähler aus den ersten beiden Saisonspielen sammelte, muss unbedingt punkten, um nicht auf Platz 15 kleben zu bleiben. Was wäre das für ein Deutscher Meister, der zu Hause gegen einen Aufsteiger nicht gewinnt?

15:00 Uhr – Peter Stolterfoht, der Sportchef der Stuttgarter Zeitung, und sein Kollege Marko Schumacher trudeln im Presseraum an der Medientribüne ein. „Bei Heimspielen sind wir immer zu zweit“, sagt Schumacher und nimmt sich erst mal ein großes Glas Wasser an der Bar. „Denn am Montag haben wir eine ganze Seite über den VfB und das Spiel im Blatt.“ Fußball ist sein Beruf – er ist in der Sportredaktion ausschließlich für den VfB zuständig. Außerdem ist der 36-Jährige auch mit der Fußball-Nationalmannschaft unterwegs.

15:10 Uhr – Der SWR1-Stadionreporter Oli Frick begibt sich mit einem Aktenkoffer bewaffnet zu seinem Arbeitsplatz auf der Medientribüne. Dort steht für ihn ein Flachbildschirm bereit, der die aktuellen Kamerabilder des Spiels zeigt. Seine wichtigsten Werkzeuge sind sein Mikrofon und der Kopfhörer. Der Radioreporter checkt deren Lautstärke, blickt eine Reihe nach unten und begrüßt den TV-Mann Tom Bartels.

15:20 Uhr – Bartels rührt seinen Kaffee auf der Medientribüne mit zwei Milch an, nippt kurz am Aufputschgetränk und richtet seinen Arbeitsplatz ein: Zwei Bildschirme – das Livebild und das Bild vom Schnittplatz im Ü(bertragungs)-Wagen vor dem Stadion – eine Headsetleitung zu seinem TV-Team im Stadion sowie nach Köln zur Sportschauredaktion und sein Handy.

15:25 Uhr – Das Duo der Stuttgarter Zeitung macht es sich links auf der Medientribüne auf ungepolsterten Plastikstühlen bequem. „Jeder der 40 Zeitungsreporter hat hier seinen festen Sitzplatz“, sagt Marco Schumacher, der in der untersten Reihe sitzt. Hinter
ihm sind auch schon die Kollegen der Esslinger Zeitung, der Schwäbischen Zeitung, des Reutlinger Generalanzeigers und der Bild Zeitung da. Keiner von ihnen wird heute jubelnd aufspringen, wenn der VfB ein Tor schießt, keiner wird die Faust auf den Tisch knallen, wenn Thomas Hitzlsperger das Leder in die Wolken donnert – denn prinzipiell müssen die Reporter objektiv berichten. „Ich bin von klein auf VfB-Fan“, meint Schumacher, der in Bad Cannstatt geboren ist. „Aber wenn ich berufl ich im Stadion bin, muss ich neutral sein. Ich habe dann eine professionelle Distanz.“

15:29 – Die 22 Kicker aus Stuttgart und Duisburg betreten unter den Jubelschreien der Fans den Rasen. Bartels schreibt bereits die ersten Textzeilen für seinen Beitrag: „Denn er ist wieder zurück, der Fußballer des Jahres. Mario Gomez überraschend von Beginn an im Angriff des VfB Stuttgart“, wird später der Sportschaugucker hören.

15:32 – Kurz nach Anpfi ff beginnt der Radioreporter Oli Frick mit seiner ersten Einblendung. Insgesamt hat er über 50 davon an einem normalen Bundesligatag. Vor ihm liegt der Schaltplan, der vorgibt, für welchen regionalen Hörfunk der ARD er wann und wie lange berichten muss. „Ich habe keinen Spielraum und muss zu 100 Prozent funktionieren.“ Denn Oli Frick muss sich exakt an die Zeitvorgaben des Schaltplans halten. So auch heute. „Und der VfB kommt mit Farnerud, der legt den Ball in die Mitte! Und jetzt müsste das 1:0 fallen, für den VfB Stuttgart. Das gibt’s ja überhaupt nicht! Meine Güte! Da war Marica völlig frei vor dem Tor des MSV Duisburg, wurde abgedrängt, der Winkel wurde immer ungünstiger, und dann hat es der Rumäne nicht geschafft, den Ball am herausstürmenden Torhüter Tom Starke vorbei ins Tor zu schieben. Die erste gute Möglichkeit für den VfB Stuttgart hier. Nach sechs Minuten bleibt es bei dem Spielstand von 0:0“, reportiert Frick auf die Sekunde genau und rutscht dabei unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Seine Anspannung ist förmlich zu spüren.

15:35 Uhr – Marko Schumacher kritzelt ein paar Notizen in seinen Block, nachdem dem Stuttgarter Stürmer Ciprian Marica fast das
1:0 gelungen wäre – hätte der MSVler Iulian Filipescu seinen Schuss nicht von der Torlinie gekratzt. „Dass der VfB Deutscher Meister geworden ist, hat sich auch auf uns ausgewirkt. Das Umfeld, die Trainer und Spieler sind viel entspannter und erzählen mehr. Wenn Stuttgart verliert und wir kritisch berichten, dann haben die meisten keinen Bock mehr, mit uns zu sprechen“, erklärt Schumacher.

15:48 Uhr – Marica wird kurz vor dem Strafraum von Duisburgs Mihai Tararache gefoult. Die Fans sind aufgebracht. Zudem eine Rangelei in der Mauer, der VfB-Kapitän Fernando Meira verteilt einen leichten Schlag, die Gemüter sind erhitzt. Bartels bleibt gelassen, analysiert die Szene mit seinem Stadionredakteur Jürgen Schieck und bekommt trotz der Hektik noch den anschließenden guten Freistoß des VfB Stuttgart mit. „Ich will alles sehen, alles wissen, muss zudem perfekt vorbereitet und dazu fähig sein, das Spiel so wiederzugeben, wie es war. Also objektiv beschreiben und bewerten und dabei am Mikrofon originell und leidenschaftlich sein“, beschreibt Bartels seine Leistung als Sportreporter.

15:50 Uhr – Zeit für eine Zigarette, viel Stress hat der Zeitungsredakteur Schumacher gerade nicht. Eine Notizblockseite ist voll, markante Szenen hat er festgehalten. „Es ist schon ein entspanntes, privilegiertes Arbeiten“, schmunzelt der Sportjournalist. Jetzt lächelt er noch, doch nach der Partie tobt bei ihm auf der Suche nach Statements und Zitaten von frisch geduschten Kickern das Chaos.

16:04 Uhr – 1:0 durch Gomez: Oli Frick hält es dabei kaum noch auf seinem Stuhl, voller Spritzigkeit und Elan schallt es aus den Radiogeräten: „1:0 für den VfB Stuttgart. Und Mario Gomez hat ein Näschen bewiesen, hat sich durchgesetzt und schiebt den Ball aus fünf Metern ein zur Führung – zur verdienten Führung für den VfB Stuttgart.“ „In der 35. Minute waren aber alle Duisburger Abwehrversuche vergeblich, als Mario Gomez das geschickte Zuspiel von Ricardo Osorio zum 1:0 nutzte“, wird Peter Stolterfoht in seinem Spielverlauf morgen Abend in die Stuttgarter Zeitung schreiben. Marko Schumacher notiert sich dagegen, dass Mario Gomez, der wochenlang verletzt gewesen ist, nach seinem Treffer den VfB-Physiotherapeuten Gerhard Wörn umarmt. Dieses Jubelszenario wird der Aufhänger zu seiner Story sein – das ahnt er jetzt schon. Während das Stadion den 1:0-Treffer feiert, geht Fernsehreporter
Tom Bartels in aller Ruhe den Ablaufplan durch, und sagt noch schnell zu seinem Stadionredakteur „Pass auf, wo Gomez hinläuft“.
Wie die Stuttgarter Zeitung wird auch der Sportschau-Beitrag die Umarmung zwischen Gomez und Physiotherapeut Gerhard Wörn
bildlich festhalten. „Ich war als Jugendlicher fanatischer Gladbach-Fan, bin heute aber neutral. Da bin ich gegenüber Kollegen, die Fans sind und das auch zeigen, in einer komfortablen Situation. Denn es gibt keinen anderen Weg, als jede Spielerleistung ehrlich und objektiv zu bewerten“, begründet Bartels seine Gelassenheit beim Gomez-Treffer.

16:15 Uhr – Halbzeit: Im Presseraum gibt es Saitenwürstle für die Sportjournalisten. Doch während die Trainer Armin Veh und Rudi
Bommer in der Pausenansprache mit Körpersprache Laufwege erklären, gestikuliert Bartels von der Tribüne zu seinem Fieldreporter
am Rasen – irgendwie ein Bild zum Schmunzeln, angesichts des heutigen Hightech. Grund der Armakrobatik: Bartels möchte vom
Mann am Feld den Sitzplatz der verletzten VfB-Spieler Cacau, Boka und Khedira für sein Halbzeitbild wissen.

16:35 Uhr – Oli Frick bewältigt seine 27. Radioeinblendung am heutigen Tag – erneut sekundengenau. Er versieht seine Schilderungen stets mit einer kleinen regionalen Note. Für den Südwest-Rundfunk reportiert der 47-Jährige deutlich mehr „pro VfB“ – verglichen mit seinen Statements für den Mitteldeutschen-Rundfunk beispielsweise. Frick spricht ins Mikro, streicht die Einblendungen auf seinem Schaltplan ab, notiert sich Auswechslungen, und beeindruckt dabei durch seine Multitasking-Leistung.

16:41 Uhr – „56’ – Hitzlsperger-Schuss gehalten“, notiert Marko Schumacher in den karierten Block und erklärt aber: „Tormöglichkeiten sind nicht so wichtig. Ich verschaffe mir eher einen Gesamteindruck vom Spiel, ich will Zusammenhänge herausarbeiten.“ Wer will am Montag schon etwas über Torchancen und Rote Karten lesen, wenn die Partie schon zigmal über den Fernsehbildschirm gefl immert ist? Marko Schumacher muss deswegen Hintergründe herausfi ltern und besondere Storys suchen – das ist die Leistung eines Sportreporters im Printbereich. Seit die Tageszeitung gegenüber dem Fernsehen, dem Radio und dem Internet an Aktualität verloren hat, hat sich das Profi l verändert. Hintergründiges Berichten kann also ein Zwang sein – aber auch eine Chance. „Heute liegt meine Story auf der Straße“, sagt Schumacher und fantasiert sich schon mal eine Headline zusammen: „Nach langer Verletzung schießt Gomez das Siegtor.“

16:50 Uhr – Aus Köln kommt die Anweisung, dass die Länge des Sportschau-Beitrags nur noch 8:15 Minuten beträgt. Tom Bartels
gibt seiner MAZerin, die den Beitrag schneidet, den Hinweis, wie lange er welche Einblendung gerne hätte. Mit seinem Fieldreporter
bespricht er, welche Interviews dieser einholen soll. Prompt kommt die Anweisung aus Köln, dass Bartels nur noch acht Minuten Zeit hat – Flexibilität ist gefragt.

16:51 Uhr – Oli Frick spricht seine letzte Einblendung und hat nun endlich mal ein bisschen Luft – bis zur großen Bundesliga-Schlusskonferenz in vier Minuten: Hier spielen sich die Reporter aus der Allianz-Arena, der BayArena oder dem Signal Iduna Park gegenseitig die verbalen Doppelpässe zu. Torschrei hier, Torschrei da. Bis zu zehn Millionen Hörer befeuern die regionalen Radioreporter während der Schlussviertelstunde mit den aktuellen Spielszenen.

17:15 Uhr – 90 Minuten sind vorbei und Armin Veh reißt zum Abpfiff die Arme hoch: Der VfB hat 1:0 gewonnen – der erste Saisonsieg für den Deutschen Meister. Während die Kollegen von Premiere schon Mario Gomez das Mikrofon unter die Nase halten, fragt Marko Schumacher auf der Medientribüne seinen Chef: „Machen wir die Gomez-Story?“ Peter Stolterfoht nickt und macht sich langsam auf den Weg in die Pressekonferenz.

17:22 Uhr – Frick spricht einen Kurzbeitrag – einen Flash – für den SWR. Den nächsten legt er sich dabei bereits im Kopf zurecht.

17.30 Uhr – In der Mixed Zone, dem Weg zwischen Kabine und Spielerausgang, drängt sich schon ein Knäuel von gut 20 Journalisten um den begehrtesten Kicker des Tages: Nationalspieler Mario Gomez, der vor der Kamera gerade in ein Mikrofon des ZDF spricht. Auch die Zeitungsredakteure versuchen, ein Stück vom Zitatekuchen abzubekommen, und kritzeln eifrig mit. „Ich komme gleich wieder“, vertröstet Gomez die schreibende Presse und verschwindet in der Spielerkabine. Für Marko Schumacher heißt das: Warten. „In der Mixed Zone braucht man schon manchmal Ellenbogen, um an seine Stimmen zu kommen“, sagt er.

17:32 Uhr – Inzwischen hat Oli Frick auch den zweiten Flash eingesprochen, und gibt pünktlich sein Statememt im SWR1-BaWü-Analysegespräch ab.

17:49 Uhr – „Ich bin durch“, sagt Bartels nach zehn Seiten handgeschriebenem Text vor sich hin, während die Kicker bereits auslaufen und die Zuschauer das Stadion verlassen haben. Für die Zusatzinfos zum Spiel erhalten die Redakteure im Voraus eine 70-seitige Pressemappe.

17.50 Uhr – „Mario ist ein Weltklasse-Stürmer, aber wir sind uns jetzt nicht alle in den Armen gelegen und haben geweint vor Freude, dass er nach seiner Verletzung wieder da ist“, sagt der VfB-Torhüter Rafael Schäfer zu Marko Schumacher. Ludovic Magnin erklärt: „Das war heute typisch, er hat eine Möglichkeit und der Ball ist drin.“ Doch Mario Gomez selbst fehlt immer noch in der Mixed Zone. Wie soll Marko Schumacher eine Story hinbekommen, ohne mit der Hauptperson gesprochen zu haben? „Ich glaube, er kommt nicht mehr“, sagt Schumacher und wirkt etwas verzweifelt.

17:52 Uhr – Nach zwei weiteren Beiträgen hat Oli Frick kurz nach 18 Uhr Feierabend, nachdem er sich drei Stunden am Stück den Mund trocken geredet hat.

18:10 Uhr – Tom Bartels ist inzwischen im Ü-Wagen angekommen. Er übt seinen Text, während die fertigen Schnittbilder laufen, und überprüft die O-Töne, die Zitate der Spieler und Trainer. Sein Aufschrieb ist sehr strukturiert, die einzelnen Szenen sind bildlich durch einen Strich getrennt und die zu betonenden Wörter neonfarben markiert.

18.30 Uhr – Nach einer Stunde kommt Mario Gomez endlich in die Mixed Zone. Natürlich schnappt sich zuerst wieder das ZDF den
Stürmer. Als die Fernsehjournalisten fertig sind, fragen alle Schreiberlinge wild durcheinander. „Es war ein Traum, dass ich heute ein Tor geschossen habe“, sagt Gomez, und: „Unser Physiotherapeut hat täglich sein Bestes für mich gegeben, für ihn war es fast härter als für mich, deswegen habe ich ihn nach dem Treffer umarmt.“ Marko Schumacher hat, was er benötigt. Bei einer letzten Zigarette tauscht er mit Peter Stolterfoht, der in der Pressekonferenz auf Stimmenfang ging, die Zitate aus. Während für die Radio- und Fernsehjournalisten heute Abend das Fußballspiel Vergangenheit ist, beginnt für die Zeitungsredakteure erst am morgigen Sonntag die Arbeit. Der Spielbericht, der Spielverlauf, die Gomez-Story, die aktuelle Bundesligatabelle und zwei farbige Bilder – so wird am Montag die erste Sportseite der Stuttgarter Zeitung aussehen.

18:55 Uhr – Tom Bartels steigt in die Fahrerkabine des Ü-Wagens vor dem Stadion. Neben Lenkrad und Schaltknüppel stehen zwei Bildschirme und ein Headset bereit – krass, dass Bartels hier jetzt gleich den Text für die Sportschau live einspricht, also die Zuschauer zeitgleich vor ihren Fernsehern hören, wie er das Spiel kommentiert. „Ich muss auf den Punkt fi t sein“, beschreibt der SWR-Fernsehreporter seine Herausforderung, „es ist schwierig, dass sich Worte und Hintergedanken nicht überschlagen. Aber nachdem ich zuerst eine Banklehre gemacht und dann in einer Fabrik gearbeitet habe, weiß ich meinen Job sehr zu schätzen.“

18:59 Uhr – Marko Schumacher fährt jetzt mit seinem Fahrrad heim und sagt trotzdem: „Ich könnte mir wirklich keinen schöneren Job vorstellen.“

19:10 Uhr – „Und außerdem gab es ja heute noch eine gute Nachricht zu vermelden, Tom Bartels“, sagt Reinhold Beckmann in der
Sportschau, und Bartels legt in seiner Fahrerkabine los. Während er gestikuliert und seinen Text lebhaft, fehlerfrei und professionell auf die Bilder abstimmt, knackt die Tür, an der er lehnt. Sie ist nicht richtig zu. Aber das stört den ehemaligen Verbandsligakicker nicht, er ist ja schon seit 1995 dabei. „Der Lichtblick des VfB Stuttgart. Mario Gomez lässt wenigstens den Ausblick für den Deutschen Meister nun wieder freundlicher erscheinen“ sind seine letzten Worte. „Da drin waren es 40 Grad, ich hab geschwitzt wie ein Schwein“, sagt Bartels, als er aus der Fahrerkabine steigt. Morgens aus Köln angereist, dann zehn Seiten Text kreiert, diesen lebhaft live eingesprochen, und nun wieder zurück nach Köln – das ist wirklich eine Leistung, die Herzblut bedarf. Beim Heimfahren im silbernen 5er-BMW kann er auf der Rückbank wohl etwas entspannen, denn jetzt geben erstmal die anderen Gas.

Text: Lukas Eberle, Justus Wolf, Fabian Schmidt; veröffentlicht im Magazin Sportsirene (1, Januar 2008)

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