Endspurt ohne Erfolgserlebnis

8 11 2011

Der Basketball-Bundesligist EnBW Ludwigsburg verliert beim FC Bayern und überzeugt dabei nur im letzten Viertel.

Der letzte Durchgang ist das beste Viertel der bisherigen Saison gewesen. Doch das reichte nicht. Der Basketball-Bundesligist EnBW Ludwigsburg war bei dem Aufsteiger FC Bayern München in den vorangegangenen Abschnitten so weit in Rückstand geraten, dass selbst die beeindruckende Leistungssteigerung (20:4) vor 5813 Zuschauern in München die 55:61-(25:38-)Niederlage nicht mehr verhinderte. „Ich denke, schon zur Halbzeit hat keiner mehr das Gefühl gehabt, dass der FC Bayern das Spiel verlieren wird“, sagte Markus Jochum.

Der Ludwigsburger Trainer lobte dennoch auch die jüngeren Einwechselspieler wie Kurt Looby (sieben Punkte, acht Rebounds, fünf Blocks) oder Tim Koch (drei Punkte): „Sie haben sich im letzten Viertel kämpferisch dagegengestellt, und deshalb ist die Sache auch ein wenig tröstlicher.“

Gegen die Bayern, die trotz des Erstligadebüts als Meisteranwärter in die Saison gestartet waren und nach Anfangsschwierigkeiten mittlerweile auch so auftreten, war Ludwigsburgs Kapitän Jerry Green mit 16 Punkten der erfolgreichste Werfer. Alex Harris, bester Schütze in der abgelaufenen Spielzeit, enttäuschte hingegen erneut. Lediglich zwei Punkte bei nur vier Wurfversuchen des Aufbauspielers kann das Team nur schwer kompensieren. Besonders wenn auch die angeschlagenen Mark Dorris (Knieprobleme/keine Punkte) und Donatas Zavackas (Augenverletzung/6) ebenfalls nicht auf ihrem Leistungsniveau agieren. So zeigte sich erneut: wenn die wichtigen Spieler der Ludwigsburger nicht ihre Qualität abrufen, kann Jochums Team nicht konstant mit Teams wie den Bayern mithalten.

Andererseits waren die Gäste bereits als Außenseiter zur Mannschaft des ehemaligen Bundestrainers Dirk Bauermann gereist. „Es ist erfreulich, dass wir unser Ziel, erstmals in dieser Saison einen Gegner unter 65 Punkten zu halten, erreicht haben“, sagte er. „Aber wir müssen lernen, dominant über 40 Minuten aufzutreten und einen klaren Sieg nach Hause zu bringen.“

Mit dem fünften Saisonerfolg ist Bauermanns Team aber klar auf Play-off-Kurs. Denn die Bayern werden immer eingespielter. Der 29-jährige Amerikaner Chevon Troutman beispielsweise, der den kurz nach seiner Verpflichtung schon wieder abgewanderten Centerspieler Sharrod Ford ersetzt hat, etabliert sich zunehmend. Er war gegen Ludwigsburg bester Münchner Werfer (14) und Rebounder (11).

Die zunehmende Stabilität des FC Bayern können die Ludwigsburger wiederum als einen weiteren kleinen Trost sehen. Schließlich ist damit ein Erfolg bei dem Aufsteiger mit Titelambitionen umso unwahrscheinlicher. Beim Heimspiel im Derby gegen Ulm am kommenden Samstag wäre eine Niederlage allerdings nicht so leicht vertretbar – auch wenn der Club derzeit sehr gut aufgelegt ist.

Doch nach drei Misserfolgen hintereinander laufen die Ludwigsburger derzeit ihren eigenen Erwartungen hinterher. Die beste Saisonleistung über alle vier Durchgänge käme daher gerade recht.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (7. November 2011)

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