Sieg mit Anlaufschwierigkeiten

6 10 2011

Ludwigsburg startet erfolgreich in die Bundesligasaison, dominiert den Außenseiter Gießen aber erst nach der Pause und gewinnt 73:56.

Ein Dunking von John Bowler, ein erfolgreicher Dreipunktewurf von Donatas Zavackas und das sich anschließende Offensivfoul der Gießener: die alles entscheidenden Sekunden beim 73:56-(33:33-)Sieg des Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg gegen Gießen in der Mitte des dritten Durchgangs haben nicht nur den Erfolg des Heimteams eingeleitet, sondern die 2796 Zuschauer auch bestens unterhalten.

„Wir sind mit einer schlechten Konzentration in die Partie gegangen, waren anfangs in der Verteidigung zu lasch und haben schwer ins Spiel gefunden“, sagte der Ludwigsburger Trainer Markus Jochum. „In der zweiten Hälfte sind wir in den Rhythmus gekommen und haben wichtige Würfe getroffen, das gab Stabilität.“

Auf dem Papier war Ludwigsburg ohnehin als Favorit in die Partie gegangen. Neben der individuellen Klasse der Spieler zählte hier besonders die Tatsache, dass die Mannschaft eingespielter war. Schließlich standen vier der gestrigen fünf Startspieler bereits in der vergangenen Runde auf dem Parkett, während Gießen lediglich drei Akteure aus dem kompletten Kader der Vorsaison hielt. Drei Neuzugänge stießen darüber hinaus erst in der vorletzten Vorbereitungswoche dazu.

Neu war allerdings auch beim Heimclub einiges: die Hallensprecher, der heroische Einspielfilm kurz vor der Partie, die weißen Trikots, die Cheerleader sowie die drei Neuzugänge Kurt Looby, Mark Dorris und Terrel Harris. Dessen Namensvetter Alex sorgte dann für den ersten Punkt und die erste Führung in der neuen Saison. In den Folgeminuten überzeugte allerdings Gießen mit einer aggressiven Verteidigung, Ludwigsburg suchte hingegen noch die Abstimmung und Treffsicherheit. Beim 3:7 nahm Jochum die erste Auszeit und schickte wenig später Dorris, Johannes Lischka und David McCray auf das Feld. Als die Schiedsrichter dann ein fragwürdiges technisches Foul gegen Dorris ahndeten, übertrug sich die Energie der aufgebrachten Fans auf das Ludwigsburger Team, das zum Ende des ersten Abschnitts allerdings wieder abbaute und mit 16:21 in die erste Pause ging.

Auch danach lief das Spiel der Hausherren nicht rund, die Treffsicherheit fehlte genauso wie das Erspielen guter Wurfpositionen, einige Aktionen beendeten die Ludwigsburger zu hektisch. Erst mit der Einwechslung des Eigengewächses Tim Koch, der den ersten Dreipunktewurf der Ludwigsburger versenkte, legte Jochums Team wieder los, und Green verkürzte auf 25:26. Vor allem die gute Arbeit unter den Körben (14 Rebounds in der Defensive, sieben im Angriff bis hierhin; insgesamt 26/11) hielt Ludwigsburg im Spiel.

Bis zur Halbzeitpause egalisierten sich beide Mannschaften anschließend, und John Bowler glich dementsprechend zum 33:33-Halbzeitstand aus. Vier Punkte für Gießen eröffneten den dritten Durchgang. Mit einem Dunking von Bowler wachte dann auch Ludwigsburg auf, und ein weiterer von Alex Harris sorgte für die Führung (39:37). Als wenig später auch noch Dorris per Dunking traf, nachdem ihm Gießens Bozo Djurasovic den eigenen Einwurf in den Lauf passte, dominierte der Favorit das Spiel erstmals und startete mit einem 55:44-Vorsprung in das Schlussviertel. In diesem stoppte ein Alley Oop – ein in der Luft gefangener und direkt verwandelter Dunking – von Looby nach einem Dorris-Zuspiel die letzte Gegenwehr der Gießener.

„Das war ein verdienter Sieg“, sagte Gießens Trainer Björn Harmsen, „der Hauptunterschied war, dass Ludwigsburg eingespielter ist.“ „Wir haben es sehr souverän nach Hause gespielt“, sagte Jochum. Jerry Green (16 Punkte), Dorris (13), Zavackas, Johannes Lischka und Alex Harris (alle 10) punkteten zweistellig.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (4. Oktober 2011)

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