Eine Lektion vom Meister

1 01 2011

Basketball Ludwigsburg hat gegen das bisher ungeschlagene Team aus Bamberg keine Chance – und verliert mit 63:101.

Auch der Basketball-Bundesligist EnBW Ludwigsburg hat es nicht geschafft. Die Mannschaft des Trainers Markus Jochum verlor gegen die Baskets aus Bamberg mit 63:101 (31:54). Der Tabellenführer bleibt somit weiter ungeschlagen. In der ausverkauften Ludwigsburger Arena sahen 4700 Zuschauer eine Demonstration der Bamberger Überlegenheit im deutschen Basketball-Oberhaus.

Die Franken kombinierten extrem sicher und schnell, Ludwigsburg kam nicht hinterher, zeigte kaum Präsenz in der Defensive und ließ Bamberg oft unbedrängt punkten. „Wir haben zu abwartend gespielt, teilweise nur zugeschaut und sind meist hinterher gelaufen“, sagte Jochum. Eine kurze Ludwigsburger Drangphase, in der der Rückstand auf zwei Punkte schmolz (15:17), konterte der amtierende Meister prompt – und artistisch. Reyshawn Terry traf nach einem Pass direkt aus der Luft per Dunking, in der Fachsprache Alley oop genannt. Der Tabellenführer bestimmte fortan wieder das Geschehen, unterstützt von zahlreichen Ludwigsburger Ballverlusten, schlechten Abschlüssen und einem äußert schwachem Reboundverhalten unter dem eigenen Korb.

Bei Bamberg klappte fast alles, es war eine Lektion für den Gastgeber. John Bowler – gerade ausgewechselt – war über sich und sein Team so verärgert, dass er nach einer Diskussion mit Jochum eine Wasserflasche gegen die Werbebande warf. Ludwigsburg war konsterniert.

Aber die Fans steckten nicht auf, und David McCray belohnte sie immerhin mit einem tollen Dunking. Es fehlte jedoch eine der vollen Halle entsprechende Einsatzbereitschaft. Markus Jochum verzichtete in der Auszeit im Schlussviertel daher auf das Taktikbrett. Es ging um Schadensbegrenzung, und hierfür reichte der Appell an Willen und Ehre. Es half nicht viel, der Rückstand zum Schluss betrug 38 Punkte. Das sagt eigentlich alles. „Es ist ein Genuss, das Bamberger Spiel anzuschauen, aber nicht, wenn man auf dem Feld steht“, meinte Jochum abschließend.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (31. Dezember 2010)

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