Nervenspiel auf Augenhöhe

3 12 2010


Ludwigsburg gewinnt auch den sechsten Vergleich vor heimischem Publikum in der Bundesliga gegen Tübingen und feiert mit 89:86 den fünften Saisonsieg.

Die Nerven versagten im letzten Viertel. Innerhalb von zwei Minuten entschieden die Schiedsrichter auf drei technische Fouls gegen Tübingen, die neben je zwei Freiwürfen auch Ballbesitz bedeuten – hart, aber vertretbar. Ludwigsburg nutzte vier dieser sechs Chancen und zog davon. Ein Vorsprung, der schließlich den 89:86-(44:35-)Derbysieg ebnete.

Von Beginn an zeichnete sich das Bundesligaduell vor 2800 Zuschauern in Ludwigsburg durch viel Kampf aus. Tübingen verteidigte sehr gut und ging mit 11:5 in Führung. Mitte des ersten Durchgangs drehte Ludwigsburg mit einem 11:0-Lauf die Partie. Angetrieben von den eigenen Fans zwang Ludwigsburg die Tübinger in der Folgezeit zu einigen Ballverlusten und baute die Führung aus. „Es war ein sehr schwieriges, sehr emotionales Spiel“, sagte der Tübinger Trainer Igor Perovic, „wir hatten eine schlechte erste Hälfte.“

Nach der Pause setzte Ludwigsburg zuerst den erfolgreichen Basketball fort, führte zwischenzeitlich 51:35. Drei Fouls von John Bowler kurz nacheinander begünstigten anschließend jedoch acht Gästepunkte in Folge. Tübingen bestimmte nun das Spiel und übernahm die Führung (57:56). Doch Ludwigsburg schlug zurück. Der dritte Abschnitt – die „Achillesferse“ der Ludwigsburger, wie ihr Trainer Markus Jochum sagte – entwickelte sich zum besten des Derbys. Lautstarke Fans, aggressiver Basketball sowie eine Trefferserie jenseits der Dreipunktelinie auf beiden Seiten endeten in einem knappen Vorsprung der Hausherren (64:63). Im Schlussviertel kämpfte Tübingen erst mit den eigenen Nerven und anschließend zwar ambitioniert, aber erfolglos gegen die Niederlage.

„Es war sehr eng – und Ludwigsburg hatte am Ende mehr Glück“, sagte Perovic. Die besten Werfer waren Alex Harris (20 Punkte) bei Ludwigsburg und Branislav Ratkovica (24) bei Tübingen. „In einer früheren Saisonphase hätten wir so ein Spiel verloren“, sagte Markus Jochum, „was zählt ist, dass die Mannschaft heute einen Weg gefunden hat.“

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (2. Dezember 2010)

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