Marschieren und Potential abrufen

2 12 2010

Der Basketballbundesligist EnBW Ludwigsburg vor dem Derby gegen Tübingen. Ein Überblick.

Die sportliche Lage
Mit Platz 14 nach elf Spielen liegen die Ludwigsburger hinter den eigenen Erwartungen zurück. Besonders zu Hause hätte das Team öfter gewinnen müssen, findet der Clubvorsitzende Alexander Reil: „Insgesamt sind wir nicht zufrieden, aber zuletzt war ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen, auch wenn das Ergebnis nicht immer stimmte.“ Diesen Trend gelte es nun zu stabilisieren und auszubauen, am besten schon im Heimspiel gegen Tübingen. „Bei so einem Derby muss ich niemandem erzählen, dass er marschieren muss“, sagt der Trainer Markus Jochum.

Die Neuzugänge
Mit den Neuverpflichtungen verhält es sich in Ludwigsburg wie mit der sportlichen Situation. „Das Team hat mehr Potenzial“, sagt Reil, „es ist bisher nicht gelungen, ein optimales Mannschaftsspiel umzusetzen, vor allem in der Defensive.“ Bei namhaften Zugängen wie Jerry Green, John Bowler, Toby Bailey oder Alex Harris überraschte in Johannes Lischka bisher ein eher Unbekannter mit guten Leistungen. Seit der Genesung von Donatas Zavackas zeigt der Trend aber insgesamt nach oben, auch weil die Routiniers um Green immer besser harmonieren.

Die Arena und die Fans
Anders als andere Bundesligaclubs wollen die Ludwigsburger keine Freikarten verteilen, um mehr Zuschauer in die mehr als 5000 Besucher fassende Arena zu locken. „Wir möchten unser Produkt nicht kostenlos anbieten“, sagt Reil, der das geringere Zuschauerinteresse in dieser Saison (im Durchschnitt bisher 2300 Fans, im Vorjahr kamen 3200) vor allem mit den durchwachsenen Leistungen des Teams begründet. Er ist jedoch überzeugt, dass der Schnitt wieder steigt. Gegen Tübingen hofft der Vorsitzende die 3000er-Marke zu knacken.

Die deutschen Spieler
Alexander Reil sieht in der gesamten Basketball-Bundesliga eine Entwicklung hin zu mehr deutschen Spielern in den Teamkadern. Das hängt besonders mit einer neuen Regel zusammen, die mehr deutsche Akteure auf dem Spielberichtsbogen verlangt. „Dennoch“, sagt Reil, „kann es nicht sein, dass Spieler wegen ihrer Nationalität bevorzugt werden.“ Auch Profis mit deutschem Pass müssten sich im Wettbewerb durchsetzen: „Das ist schließlich Leistungssport, und die Betonung liegt da auf Leistung.“

Die Ziele
Die erfolgreichste Saison der vergangenen Jahre liegt nun drei Spielzeiten zurück. Damals beendete Ludwigsburg die Runde als Zweiter und zog in das Final-Four-Turnier um den Pokal ein. Seither dümpelt die Mannschaft im Mittelfeld der Liga umher. Besonders in den vergangenen beiden Jahren fehlte Kontinuität, sagt Reil. Mit der Verpflichtung des Trainers Markus Jochum soll diese nun einkehren – auch in der Zusammensetzung des Kaders – und wieder Erfolg bringen. „Mittelfristig ist es das Ziel, dass wir uns unter den ersten acht Mannschaften etablieren“, sagt Reil.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (1. Dezember 2010)

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