Der FC Bayern holt auf_Die Münchner gewinnen gegen den SC Freiburg mit 4:2 und sehen den Erfolg als ersten Schritt auf ihrem Weg in Richtung Tabellenspitze.

1 11 2010

Karl-Heinz Rummenigge hatte Großes vor dem Spiel gefordert. „Es soll der Startschuss einer Siegesserie sein, die uns in die Lage versetzt, wieder an den Titel denken zu können“, hatte Bayerns Vorstandschef vor der Bundesligapartie seiner Münchner gegen den SC Freiburg gesagt. Zumindest Teil eins seiner Forderung erfüllte der FC Bayern mit dem 4:2-(1:0-)Heimsieg gestern Abend.

Martin Demichelis leitete dabei den Erfolg mit seinem 1:0 (39.) ein. Der wechselwillige Bankdrücker war wegen einer Schambeinentzündung von Holger Badstuber in die Innenverteidigung der ohnehin ersatzgeschwächten Bayern gerückt.

„Heute hat er wieder gezeigt, dass er ein ausgezeichneter Innenverteidiger ist“, lobte ihn Münchens Trainer Louis van Gaal. Auch Demichelis war ganz ergriffen von seinem Tor und seiner Leistung. „Ich habe gezeigt, dass ich noch lebe und den FC Bayern liebe“, sagte der Argentinier. „Aber vielleicht war das nach acht Jahren auch mein letztes Spiel für den FC Bayern.“

Wie ein Abschiedsspiel gingen beide Mannschaften die Partie allerdings nicht an. Bayern übernahm zaghaft die Regie, Freiburg hielt hinten dicht. Chancen ergaben sich keine. Die Münchner passten sich fast gelangweilt den Ball zu. Dementsprechend unzufrieden waren die 69 000 Zuschauer, erste Pfiffe gellten bereits in der 28. Spielminute durch die Arena. Die Beschwerden der Ränge wurden auf dem Rasen zumindest ein bisschen erhört. Denn elf Minuten später folgte das 1:0 durch einen Kopfball von Demichelis, der sich nach einer Ecke durchgesetzt hatte.

Zu Beginn der zweiten Hälfte stellte van Gaal dann um, brachte Daniel van Buyten für den unauffälligen Altintop. Anatolij Timoschtschuk rutschte ins defensive Mittelfeld, Toni Kroos auf die linke Außenbahn und Bastian Schweinsteiger auf die Zehnerposition. Der erhoffte Impuls blieb jedoch aus. Es dauerte bis zur 57. Minute, ehe der FC Bayern wieder zu einer Chance kam.

Schweinsteiger spielte Mario Gomez mit einem schönen Heber frei. Freiburgs Torhüter Oliver Baumann lenkte den Schuss aber über das Tor. Als Gomez vier Minuten später nach einem Eckball von Danijel Pranjic erneut freistehend vor ihm auftauchte, war er gegen dessen Kopfball jedoch machtlos – und die Bayern führten 2:0 (61.). Doch der nun sicher geglaubte Sieg geriet noch einmal in Gefahr: der kurz zuvor eingewechselte Stefan Reisinger verkürzte postwendend per Kopf (64.).

Es folgten Chancen beinahe im Minutentakt. Bei den Bayern wurde Timoschtschuks Schuss gerade noch geblockt (68.), auf Freiburger Seite vergaben Yacine Abdessadki und Cissé zwei gute Möglichkeiten in einer Minute (70.). Im Gegenzug nahm erneut Timoschtschuk Maß, und diesmal traf er zum 3:1. Der Freiburger Widerstand war nun gebrochen.

Während Thomas Müller (73.) und Gomez (76.) weitere Möglichkeiten vergaben, erzielte Kroos das zwischenzeitliche 4:1 (80.), bevor Edson Braafheid mit einem Eigentor (87.) nochmals verkürzte. Dennoch gilt: Die Bayern haben die erste Aufgabe auf dem Weg zurück nach oben bewältigt.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (30. Oktober 2010)

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