Furioser Start, lahmer Abgang_Ludwigsburg verliert zum Auftakt der Bundesligasaison gegen die Artland Dragons

7 10 2010

Lieblinge werden nicht vergessen. Als Domonic Jones am Sonntag zum ersten Saisonspiel seiner Artland Dragons in die Ludwigsburger Arena einlief, brandete Applaus unter den 2400 Zuschauern auf. Der Guard, vergangene Saison noch in Diensten des Basketballbundesligaklubs ENBW Ludwigsburg, stand zu Spielbeginn bei der 55:70-(31:31)-Niederlage seines Ex-Vereins allerdings keinen alten Bekannten gegenüber.

Fünf Neuzugäge im Team von Trainer Markus Jochum starteten furios gegen die Niedersachsen aus Quakenbrück. Allein John Bowler steuerte sechs Punkte zur 8:0-Führung bei. „Wir haben zu Beginn alles umgesetzt, was wir besprochen haben“, sagte Jochum und meinte den großen kämpferischen Einsatz sowie das schnelle, aber kontrollierte Basketballspiel. Hinzu kam eine starke Leistung bei den Rebounds unter dem eigenen Korb.

Danach fanden die favorisierten Dragons jedoch besser ins Spiel, allerdings unterstützt von unkonzertrierten Ludwigsburgern. Dennoch beendeten Bowler und seine Kollegen das erste Viertel der 45. Bundesligasaison mit einer knappen Führung. Im zweiten Durchgang verteidigten die Schwaben nicht mehr so aggressiv, Quakenbrück übernahm mit einem 11:0-Lauf das Spiel. Coach Jochum schimpfte und kommunizierte an der Seitenlinie. Seine Mannschaft reagierte, punktete und glich zur Halbzeit zum 31:31 aus. Neben dem treffsicheren Bowler überzeugte besonders Rückkehrer Jerry Green mit selbstbewusster Spielgestaltung in der ersten Hälfte.

Gegen Ende des dritten Viertels fragte Jochum seinen Assistenten Steven Clauss: „Was sollen wir machen?“ Ludwigsburg verlor gerade den Anschluss, hatte die schlechteste Phase im Spiel. „Der Knackpunkt war, dass wir ein, zwei Würfe nicht getroffen und dann zu frustriert reagiert haben“, sagte Jochum, „wir waren wie gelähmt.“ Die Viertelpause kam gelegen – die Trainerworte halfen dennoch nichts. Die Schwaben verloren weiterhin zu viele Bälle und verfehlten den Korb zu häufig. „Wir haben unsere Schützen Bailey und Harris nicht gut ins Spiel gebracht“, sagte der Trainer, „und hatten keine realistische Chance mehr, zurückzukommen.“ Folglich verlor Ludwigsburg verdient mit 55:70, und die Fans der Barockstädter konnten sich nur über den Erfolg eines ehemaligen Akteurs freuen. Jones erzielte zehn Punkte in seiner alten Heimat.

Ludwigsburg verteidigte insgesamt ordentlich, besonders bei Distanzwürfen sowie einigen Ballverlusten und zu hastig abgeschlossenen Angriffen offenbarte das Team allerdings Verbesserungsbedarf. Beste Werfer bei Ludwigsburg waren Bowler (15 Punkte), Alex Harris (12) und Green (7). Für Quakenbrück trafen Ruben Boumtje Boumtje (19), Adam Hess (17) und Bryan Bailey (12) am häufigsten.

veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung (4. Oktober 2010)

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