„Wie die Expo auf Steroiden“_Prostitution während der Olympischen Spiele

3 02 2010

Am 12. Februar werden die Olympischen Winterspiele in Kanada eröffnet, ein paar Stunden zuvor bestreiten die Skispringer bereits ihren Qualifikationswettkampf. Ein Teil des deutschen Teams fliegt morgen (03.02.) nach Vancouver. Das erste sportliche Großereignis des Jahres 2010 steht in den Startblöcken, und in Kanada hat eine Berufsgruppe Sorgen: die Prostituierten.

Sie befürchten, dass sie der Nachfrage während der Spiele nicht gerecht werden können. „Uns wurde gesagt, dass wir 1.000 Mal mehr zu tun haben werden, als wir es uns vorstellen können“,  sagte Brandy Sarionder, die in
Vancouver einen Strip-Club und einen Massage-Salon betreibt, der kanadischen Tageszeitung Vancouver Sun, „ich habe ein wenig Angst, dass
meine Leute ein Burn-out bekommen.“

Sarionder hat aber vorgesorgt. Sie hat zusätzliche Türsteher, Sicherheitskräfte und Barleute  angeheuert, ihre Tänzerinnen schieben Extra-Schichten, und sie hat ihre Öffnungszeiten ausgeweitet. „Das wird wie die Expo auf Steroiden“, sagte Sarionder in Anlehnung an den Betrieb während der Weltausstellung. Ihren Angestellten, die dem Event aufgeregt entgegenblicken, wie Sarionder sagt, hat sie klar gemacht: „Das ist kein Sprint, das ist ein Marathon.“

Der größte Strip-Club Vancouvers will seine Lusträume während der Spiele olympiathematisch dekorieren – ganz geheim, damit es keinen Stress mit den olympischen Behörden gibt. Ein Eskort-Service hat unterdessen begonnen, Frauen vom Ausland für die Olympischen Spiele einzustellen. Kanadas größter Service dieser Art erhält wöchentlich an die 100 Bewerbungen für eine Stelle während der Spiele. 300 bis 400 Dollar die Stunde gibt es im Normalfall, für „VIP foxes“ rechnet die Besitzerin Carman Fox mit 10.000 Dollar und mehr für eine Stunde.

Dominatrix „Miss Jasmine“ erwartet auch einige Europäer – besonders aus Großbritannien und der Bundesrepublik: „Briten und Deutsche sind oftmals  pervers drauf.“ Derweil werden Prostituierten-Gesuche aufgegeben: „Dringend Aushilfe gesucht“, heißt eines, „die Olympier sind bereits hier…bis zu 30.000 Dollar in zwei Wochen möglich…wirklich!“

Auf Sicherheit wird großer Wert gelegt. Während der großen Parties und Events verteilen Freiwillige 20.000 Päckchen mit Kondomen, Informationen zu Sexhandel und HIV sowie eine Grußkarte mit der Aufschrift: „Vancouver sex-industry workers welcome the world. Please treat us with respect and play safe.“ Die Polizei wird sich derweil um die Prostituierten kümmern. Man werde sich wie immer verhalten, nicht anders als sonst einschreiten, sagte Polizistin Lindsey Houghton. „Eine Einheit arbeitet eng mit den Mädchen und den Jungs zusammen. Es gab Prostitution vor den Spielen, es wird sie während der Spiele geben und danach.“

Mehr als eine Million Besucher werden erwartet. 2.000 Prostituierte sollen derzeit in Vancouver arbeiten, diese Zahl könne sich für die Olympischen Spiele verdoppeln.  Ein Großteil der von der Sexindustrie eingesetzten Prostituierten sind „nach Angaben von Experten Opfer von Menschenhandel“, wie das Nachrichtenportal „idea“ schreibt. Die kanadische Heilsarmee will daher während der Spiele mit Infomaterial und Personal auf die Gefahren der Prostitution und des Menschenhandels hinweisen. Anglikanische und römisch-katholische Bischöfe schreiben in einer anderen Botschaft: „Der Kauf und Verkauf von Menschen untergräbt den olympischen Geist im Kern.“ Sie rufen dazu auf, die Würde jedes Menschen zu verteidigen.

„idea“ berichtet unterdessen von einer bereits im Juni veröffentlichten Studie – ohne den Verfasser zu nennen -, die weder einen Anstieg der Sexdienste noch des Menschenhandels prophezeit. Das habe es vor den Sommerspielen von Griechenland und der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland auch geheißen – bestätigt habe sich diese Prognose aber nicht.

Infos von THE VANCOUVER SUN und vom christlichen Nachrichtenportal IDEA

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