Bundesliga-Kommentar_Rheinisches Derby verdirbt Fußballlust

25 10 2009

Nachdem ich letztes Wochenende am Sonntag bereits ein 0:0 über 90 Minuten im Fernsehen gesehen habe, war es diesen Spieltag wieder soweit. Dennoch unterschieden sich beide Partien in einem Punkt gewaltig. Hamburg gegen Leverkusen war ein gutes Fußballspiel, es waren spannende und schnelle Passagen dabei, der Zuschauer genoss Unterhaltung. Mönchengladbach gegen Köln hingegen verdarb die Lust am Fußball gucken. Es war – ja, man kann es so hart sagen – eine Frechheit.

Es ist schon klar, dass Zweiter gegen Erster von vornherein fußballerisch besser ist als 17. gegen 14. Aber was die Gladbacher und vor allem die Kölner boten, war bundesligaunwürdig. Selbst wahre FC-Fans in einer Kölner Kneipe in München waren enttäuscht von ihrem Team. Kritik am Einsatz, Kritik an der Wechselpolitik des Trainers, Kritik am harmlosen Offensivspiel. Das hinderte sie aber nicht daran, Kölner Gesänge anzustimmen und sogar unter dem Aufruf „Südkurve“ oder „Nordkurve“ einen verbalen Ballwechsel vom einen Ende der Kneipe zum anderen zu veranstalten. Wirklich grandios, ein Besuch lohnt sich. Das aber nur nebenbei.

Dass Köln auswärts mit einem Punkt zufrieden ist, kann man ja noch akzeptieren, aber dass der FC beinahe von Beginn an auf Zeit spielte und nach vorne eigentlich gar nichts zustande brachte, ja es noch nicht einmal richtig versuchte, geht nicht. Es ging ja gegen Mönchengladbach, den Vorletzten und zudem noch größten Rivalen. Der Mönchengladbacher Bürgermeister hatte extra ein Alkoholverbot eingeführt – das erste in der Bundesliga-Geschichte – um Ausschreitungen zu verhindern, aber bei der Leistung beider Teams hätten sich die Ausschreitungen wohl nur gegen die Kicker gerichtet. Gladbach kann zumindest für sich behaupten, gerannt zu sein, gekämpft und sich Chancen erarbeitet zu haben.

Aber da Köln so gar nichts machte, waren die Höhepunkte der traurigen Live-Übertragung, wenn Köln-Manager Michael Meier eingeblendet wurde. Um ein Zeichen gegen Ausschreitungen zu setzen, hatte er das Spiel vom Fanblock aus verfolgt. Sein Blick zeugte aber nicht gerade von Freude, eher von Angs. Wobei das auch gut an der Spielqualität liegen konnte. Ein weiterer Höhepunkt – leider eigentlich auch ein trauriger – waren die letzten Spielminuten und der, ich glaube, dritte Eckball der Kölner. Lukas Podolski ließ sich so viel Zeit, um zur Eckfahne zu laufen, dass einige Gladbach-Fans Pappbecher und Papierbällchen auf ihn warfen. Dann hat er den Eckball natürlich noch mehr hinausgezögert. Da tragen die Fans zwar eine Mitschuld, aber Podolskis Verhalten passte irgendwie zum grausigen Spiel. Ein Schmunzler kam zwar über die Lippen, weil er das clever gemacht hat, aber für den Fußballfreund war das noch der Extra-Schuss Maggi in die ohnehin schon versalzene Mahlzeit.

Was bleibt: Gladbach muss noch mehr kämpfen und seine Chancen besser nutzen. Und Köln sollte wenigstens gegen die Nachbarn aus dem letzten Tabellendrittel versuchen, nach vorne zu spielen und nicht nur destruktiv einzuwirken. Das wäre schön.

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