Wettrennen gegen den Menschenhandel

14 10 2009

Vom 12. bis 16. Oktober treffen sich in der nigerianischen Hauptstadt Abuja die Sportminister der Afrikanischen Union zu ihrer dritten Konferenz. Im Vorfeld dieses Treffens hat Willi Lemke, der UN-Sonderberater für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, Unterkünfte und Zufluchtsorte von Opfern des Menschenhandels besucht. Bereitgestellt werden diese von der nigerianischen Nationalen Behörde zur Verhinderung von Menschenhandel (Naptip). Lemke sagte: „Körperliche Betätigung und Spiel können, falls sie richtig gelehrt und durchgeführt werden, als eine sehr wertvolle Maßnahme für die Rehabilitation und für die Wiedereingliederung in die Gesellschaft dienen. Der Sport kann traumatisierten Kindern helfen, das Elend zu vergessen, welches sie als Opfer von skrupellosen Menschenhändlern erleben mussten.“ Nigeria hatte bereits 2008 einen nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel beschlossen. Die Naptip versucht diesen umzusetzen und wird dabei von UN-Organisationen (IOM, ILO, UNICEF und UNODC) und bilateralen Geberländern (Italien, Niederlande, Finnland, Schweiz, Norwegen und USA) unterstützt.

Eine schöne Idee ist in diesem Zusammenhang das „Kinderwettrennen gegen Menschenhandel in Nigeria“, das am 26. September erstmals in Benin stattfand. 5000 Kinder aus 120 Schulen haben teilgenommen. Dahinter steht die Idee, die Kinder zu sensibilisieren, präventiv auf sie einzuwirken. Die nigerianischen Behörden haben darauf hingewiesen, dass „viele weitere solcher Anlässe in anderen nigerianischen Orten stattfinden werden, um die Jugendlichen zu ermutigen und zu unterstützen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und als Boten gegen die Folgen von Menschenhandel zu agieren.“

Simon Egede, Geschäftsführer der Naptip, forderte die Zielländer von Menschenhandel auf, bei der Errichtung von weiteren Zufluchtsorten und Ausbildungszentren zu helfen. Wichtig sei es, von vielen Seiten gegen den Menschenhandel vorzugehen. Lemke wies indes auch auf die Gefahr der Ausbeutung von jungen Sportlern in verschiedenen Regionen der Welt hin. Es sei wichtig, dass es Regierungen und Organisationen gibt,  die gegen Ausbeutung mittels Menschenhandel vorgehen. Als Beispiel führte der UN-Sonderberater die Vereinigung „Culture Foot Solidaire“ an, die sich für junge Fußballer und deren Schutz vor Menschenhandel und Ausbeutung einsetzt.

Auch wenn gerade das Kinderwettrennen sicherlich nur ein kleiner Beitrag zur Besserung ist, finde ich solche Ideen gut. Es ist wichtig, dass Sport überall auf der Welt nicht nur als Unterhaltungselement sondern eben auch als Hilfestellung gesehen und verwendet wird. Sei es, um ein gesünderes Leben zu führen, in einem Benefiz-Spiel Geld für bedürftige Menschen zu sammeln, ein Signal für den Frieden oder die Integration zu setzen oder eben Selbstvertrauen bei Kindern zu unterstützen. Da schwingt sicherlich auch eine Portion Idealismus mit, aber das macht das Ganze nicht schlechter.

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