Olympia am Zuckerhut

3 10 2009

Gestern 18:51 Uhr war es soweit: IOC-Präsident Jacques Rogge verkündete den Sieger der Olympia-Bewerbung 2016. „Rio de Janeiro“. Die brasilianische Delegation sprang von ihren Sitzen auf, hüpfte durch den Saal. 100.000 Brasilianer feierten an der Copacabana vor Leinwänden den Zuspruch. Der Lärm schien so groß, dass der ZDF-Korrespondent bei den 19 Uhr Nachrichten nach der ersten Frage gar nicht mehr mit Steffen Seibert im „ZDF heute“-Studio sprechen konnte oder wollte.

Zum ersten Mal darf damit eine südamerikanische Nation das sportliche Großereignis veranstalten. Nach Mexiko, Deutschland und den USA ist Brasilien zudem das vierte Land, das innerhalb von zwei Jahren die Fußball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Sommerspiele austragen darf oder muss – je nachdem. In den Kommentarspalten der Berichte über die Olympia-Entscheidung von Kopenhagen wird heiß diskutiert.

Einerseits finden sich Befürworter, die die Austragung der zwei Riesenevents als Chance für Brasilien sehen. Bekämpfung der Armut, der mangelnden Infrastruktur, der Kriminalitä – einfach, weil die Brasilianer nun dazu gezwungen sind. Andererseits keimen die gleichen Sorgen wie schon in Athen auf, dass die zu investierenden Millionen in die Stadien und weitere Sportstätten nach den Spielen verpuffen werden. Außerdem mischt sich Sorge um die Sicherheit der Besucher bei. Eigentlich die gleiche Diskussion wie hinsichtlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika im kommenden Jahr.

Auch wenn die Sorgen sicherlich berechtigt sind, sehe auch ich eher den Chancenaspekt. Es war an der Zeit, dass mal ein südamerikanisches Land die Olympischen Sommerspiele austragen darf. Brasiliens Präsident Luiz Inácio „Lula“ da Silva hat recht, wenn er sagt: „Die Spiele gehören allen Kontinenten.“ Natürlich geht es bei solchen Entscheidungen vor allem um politische und wirtschaftliche Belange, aber das ist bei Sportereignissen dieser Größe wohl nicht anders möglich. Außerdem wäre das auch bei den anderen drei Bewerberstädten Chicago, Tokio und Madrid so gewesen. Aber ich denke, dass die Entscheidung richtig war. Olympische Spiele sind nun mal eine Sportfeier und das passt doch nach Südamerika, genauso wie die WM nach Südafrika passt. In den anderen Städte hätte man wohl auch nicht so schön gefeiert wie in Rio.

Nichtsdestotrotz müssen natürlich die Rahmenbedingungen stimmen, die Sicherheit gewährleistet sein und die Organisation perfekt ablaufen. Aber dafür wird das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Rio de Janeiro schon genauso wie die Fifa in Südafrika sorgen. Und dort scheint es ja auch zu klappen.

Mehr Infos gibt’s unter: Spiegel Online, Jens Weinreich, Kicker, Sport1

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12 10 2009
Steffen Seibert : Biographie, news, Fotos, Videos

[…] Olympia am Zuckerhut Sportlich – PeopleRank: 3 – 03.10.2009 …Steffen Seibert im „ZDF heute“-Studio sprechen konnte oder wollte. Zum ersten Mal darf damit eine südamerikanische Nation das sportliche Großereignis veranstalten. Nach Mexiko, Deutschland und den USA ist Brasilien zudem das vierte Land, das innerhalb… Namen genannt : Jacques Rogge  Jens Weinreich  + voten […]

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