„Die Iris hat Schweiß“_Wetten dass startet nach der Sommerpause mittelmäßig

3 10 2009

Das war mal wieder eine herrliche Fremd-Schäm-Wetten-dass-Sendung. Höhepunkt war in dieser Hinsicht „Stiefelnase“ Thomas. Da roch der an fünf Gummistiefeln und konnte doch tatsächlich vier der Stiefel vier Frauen zuordnen – immerhin aus einer Gesamtauswahl von 23. Intensiv zog er an den Gummistiefeln, die vorher von Aerobic machenden Frauen getragen wurden. Es sah superwitzig aus. Und dann sagte er auch noch bei einer Stiefelträgerin: „Die hat Schweiß, das ist die Iris.“ Thomas überzeugte aber nicht nur durch grandioses Riechverständnis sondern auch durch sein Gespür für den guten Witz. „In Deutschland gibt es zwei Frankfurts – oder“ gehörte da noch zu den schlechteren. Fremdschämen eben. Aber er gewann seine Wette und sorgte auf alle Fälle für Unterhaltung.

Thomas Gottschalk hat unterdessen als Duz-Kumpel von Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg überzeugt, als würden sie sich aus Jugendtagen kennen. Immerhin ist Karl Theodor bereits die dritte Generation zu Guttenberg, mit denen der Entertainer zu tun hat. Und der Minister hat zwar nicht allzu viel gesagt, hat aber mit seiner Frau insgesamt ne ganz gute Figur gemacht. Und neben seiner Rockmusik-Affinität wissen wir jetzt auch, dass er gerne Techno mag. Schließlich lernte er Frau Stephanie auf der Love Parade kennen.

Michelle Hunziker hatte indes ihr Debüt als Gottschalks Wetten-dass-Assistentin. Ihre Aufgabe war es eigentlich – so habe ich das zumindest verstanden – die Wetten zu erklären. Irgendwie hat Gottschalk ihr aber kaum die Möglichkeit gegeben und stattdessen immer die Kandidaten gebeten, die Wetten selbst zu erklären. Sie glänzte aber durchweg mit ihrem Ich-fass-jeden-immer-gleich-an-Stil. Das muss man nicht mögen, aber es wirkte sympathisch und auch wenn ihre Funktion noch nicht so ganz klar ist, tut sie der Sendung gut.

Tokio Hotel war auch mit dabei. Während Bill und Tom Kaulitz auf die Couch durften, wurden Gustav und Georg nicht einmal begrüßt. Für ein Gottschalksches Winken hat es aber immerhin gereicht. Bill sorgte indirekt für den zweiten großen Fremdschämer. Das Kreischen der Tokio Hotel Fans ist ja eigentlich schon schlimm genug, aber dann hat sich da doch so ein Mädel in der Tat auch noch „Bill“ auf den Po tätowieren lassen, schreibt das auf ihr Plakat und zeigt das dann auch noch in die Kamera.

Im Gegenteil dazu war der isländische Wettteilnehmer gelassen wie ein Fels. Irgendwie passt es, dass ein Isländer versuchte, über das Wasser zu fahren. Leider ist sein Auto auf der Hälfte der Strecke im Wasser stecken geblieben. Witzig war das anschließende Interview zwischen ihm und Michelle Hunziker. Er sprach, sie nickte, verstand natürlich aber nichts. Dann ging ihr Blick suchend und leicht verzweifelt zum Dolmetscher. Ein Stückchen Situationskomik.

Ein Comeback feierte Whitney Houston. Das Lied war etwas unglücklich, um ihre Stimme zu betonen, aber die ist wahrscheinlich auch nicht mehr ganz so da wie früher. Whitney Houston ist jedenfalls wieder da. Man merkt zwar die Vergangenheitskerben, aber ihre Fans waren begeistert und auch sie wirkte zufrieden. Wenn sie auch noch andere Lieder hat, dann kann das ein ordentliches Comeback werden.

Oli Pocher hätte seinen Auftritt indes lieber lassen sollen. Dass er für den dritten Fremdschämer zuständig ist, hätte ich vorher nicht gedacht. Seine Comedy-Einlage war zu Beginn richtig schlecht. Ich bin dann teilweise auch nicht mehr dran geblieben. Aber er wurde mit zunehmender Zeit etwas besser und schloss dann ganz gut ab. Im Sport würde es dennoch heißen: Er blieb weit unter seinen Möglichkeiten. Nachtrag: Ich habe jetzt aber gerade die Wiederholung von Oliver Pocher Live gesehen und da hat er teilweise die gleichen Witze gebracht und da war’s irgendwie besser. Das war bei Wetten dass wohl einfach der wirklich unlustige Einstieg, nachdem man gar nicht mehr so richtig zugehört hat. So oder so kann er es aber besser. Vielleicht war das Wetten-dass-Publikum einfach auch nicht seins. Weiter mit Gottschalks Show.

Da waren ja noch die Wetten. Diesmal vor allem im Zeichen des Ekelfaktors. Neben dem Stiefelschweiß riechen wurden später auch noch Briefmarken mit Speichelfäden angehoben. Die Ausländer waren wetttechnisch die unterhaltsamsten. Der erwähnte Isländer fuhr übers Wasser und ein Schweizer siegte im Sprint mit einem 27-Kilogramm schweren Schweizer Militärrad gegen Jens Voigt mit dessen Rennmaschine, die nur sieben Kilo wiegt. Außerdem wurden noch volle 0,5-Literflaschen umgepustet. Gewonnen hat der radelnde Schweizer. Das passte irgendwie zur Sendung, weil Thomas Gottschalk seine Schweiz-Witze bis zum bitteren Beigeschmack ausreizte. Immerhin war es der Schweizer Sieger mit einem einfachen Huper in seinem gewonnen Auto, der für einen humorvollen Abschluss sorgte.

Richtig schlecht sind mittlerweile leider die Wetteinsätze bzw. die Wettpflichten der VIP-Gäste. Neben Schnauzbartabschneiden und Dastehen, während Dinosauriermodelle herumspringen, hätte Oli Pocher zwei Minuten lang zu einem Zuschauer nett sein müssen. Früher waren die Einsätze einmal sinnvoll und es profitierten teilweise auch beispielsweise notbedürftige Menschen. Da könnte es ruhig wieder hin gehen.

Die neue Saalwette – jetzt Michelle gegen Thomas – ist von Grund auf ne nette Idee und beim Dosen schräg aufstellen staunte der Zuschauer nicht schlecht. Das war gut.

Unterm Strich war es eine mittelmäßige Wetten-dass-Ausgabe. Aber wir wissen jetzt, Karl Theodor hört Techno, Iris hat Schweiß und Michelle Hunziker kann kein Isländisch.

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