Gedränge in der Schiri-Kabine_Die Referees bekommen Zuwachs

17 09 2009

Heute abend ist es also so weit. Der Torrichter wird seine Funktion aufnehmen. Das ist ein Schiedsrichter, der nur dafür zuständig ist, zu prüfen, ob der Ball die Linie überquert hat oder nicht. Das Wembley-Tor wird nun immer mehr in Vergessenheit geraten, denn Vergleiche mit dem Tor der englischen Nationalmannschaft – genauer gesagt des Stürmers Geoff Hurst – im WM-Finale 1966 gegen Deutschland werden langsam aussterben. Ein Tor wie im Wembley-Stadion wird es zukünftig kaum mehr geben, wenn die Torrichter ihren Job gut machen.

Knut Kircher, Fifa-Schiedsrichter aus Tübingen, fungiert heute abend gleich als Versuchskaninchen, wenn die Uefa in der von ihm geleiteten Europa-League-Partie Benfica Lissabon gegen Bate Borissow die zwei Torrichter einführen wird. „Das ist vergleichbar mit einem Experiment. So sieht es die Uefa“, sagte Kircher der Deutschen Presse-Agentur, „es wird aber schwierig sein, nach dem ersten Spiel schon eine Bewertung abzugeben.“ Vier weitere Schiedsrichter drängen sich also ab heute in der Kabine des Unparteiischen. „Wichtig ist, dass das Spiel trotzdem funktioniert“, sagte Kircher.

Für die Traditionalisten unter den Fußballfans ist ein Torrichter sicherlich so attraktiv wie die Mikroaufnahme eines BÄRTIERCHENS. Es gibt dann kaum noch Fehlentscheidungen bei kniffligen Torszenen. In diesem Fall finde ich das aber in Ordnung. Schließlich wird durch die Torrichter nur leichter aufgeklärt, ob der Ball nun tatsächlich drin war oder nicht. In der Regel steht den Teams dann einfach zu, was sie geleistet haben. Wenn es ein Tor ist, dann muss es auch gewertet werden. Bei der heutigen Kommerzialisierung des Fußballs, den finanziellen Drucksituationen, die mit einem Tor zusammenhängen können, finde ich einen Torrichter gewinnbringend. Das nimmt dem Spiel an sich auch nicht seinen Charme. Fehlentscheidungen, die zu einem Fußballspiel gehören, wird es weiter geben. Auch mit Torrichtern werden sich Fans über falsche Abseits- oder Foulentscheidungen aufregen. In solch einem Fall wird aber kein definitives Tor verhindert, zumindest meist nicht – und genau das ist der Unterschied zur Entscheidung der Torrichter.

„Weitere vier Augen sehen mehr. Wir haben keine Krise des Schiedsrichterwesens, wir haben eine Krise des Nicht-Sehen-Könnens bei der heutigen Geschwindigkeit des Spiels“, sagte Uefa-Chef Michel Platini, wie sport1.de schreibt. Ob sich die Torrichter auf Dauer durchsetzen, werden die kommenden Spiele zeigen. Ich würde jedenfalls dafür plädieren, weil bei einem nicht oder fälschlicherweise gegebenen Tor die Unfairness einfach zu groß ist.

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2 responses

17 09 2009
Ben

Also auf den total spannenden Job eines Torrichters hab ich ja Bock wie der Bär zum Tanzen…

17 09 2009
fabischmidt

Naja. Für den Lohn, den die wahrscheinlich erhalten, würd ich mir schon 90 Minuten ein Profispiel anschauen.

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