Mit einem Torrausch zum EM-Titel_Deutsche Fußballfrauen siegen 6:2

10 09 2009

Deutschland ist Europameister. Die Fußballfrauen haben heute Abend 6:2 gegen England gewonnen und somit zum siebten Mal den EM-Titel geholt. Für mich war es das zweite Finale, das ich über 90 Minuten verfolgt habe.

Das erste im Ulmer Donaustadion 2001 war noch ein relativ torarmer 1:0-Sieg gegen die Schwedinnen. Claudia Müller erzielte das einzige jemals geschossene Golden Goal im Frauen-EM-Fußball in der 98. Minute. Das zweite, heutige Finale war zwar genauso spannend – zumindest bis zur 73. Minute – aber acht Tore erhöhten die Qualität doch merklich. England spielte beharrlich, konterte auf den Doppelpack zum 2:0 (21. und 22.) mit dem Anschlusstreffer nur zwei Minuten später. Auch nach dem 1:3 (50.) ließen sich die Britinnen nicht abschütteln. Kelly Smith verkürzte auf 3:2 (55.). Doch als Inka Grings eben in jener 73. Minute – sie hatte bereits das 4:2 (62.) erzielt – das 5:2 schoss, war der Sieg sicher. Schlusspunkt war das 6:2 (76.) von Birgit Prinz.

Mit ihren zwei Toren im Finale erhöhte die Duisburgerin Grings ihr EM-Torkonto auf sechs Treffer – Rekord im Frauenfußball. Auch Birgit Prinz erzielte zwei Tore im Endspiel. Melanie Behringer mit einem 30-Meter-Schuss und Kim Kulig vom Hamburger SV reihten sich bei den Torschützinnen ein.

6:2 klingt krass überlegen, aber England hielt lange mit. Nichtsdestotrotz haben die deutschen Fußballfrauen erneut ihre Übermacht und Stärke bewiesen. Auch die hartnäckigsten Gegner des Frauenfußballs sollten sich Ausschnitte dieses EM-Finales von Finnland anschauen, es lohnt nicht.

Es ist bekannt, dass Frauenfußball weniger dynamisch dafür technisch versierter ist. Aber Kim Kulig, die Jüngste im Team von Bundestrainerin Silvia Neid, sticht für mich in dieser Mannschaft heraus. Nicht, weil sie besonders hart oder männlich Fußball spielt. Die gebürtige Herrenbergerin (bei Tübingen) kickt betont lässig, wirkt sehr souverän, spielt am Boden gute Pässe, ist in der Luft präsent. Sie strahlt dabei bereits eine Routine aus, die für ihr junges Alter durchaus bemerkenswert ist. Sie gilt daher nicht umsonst als eine Mischung aus Renate Lingor und Birgit Prinz. Da wird wohl noch einiges kommen. Jetzt heißt es für sie aber erst einmal Pauken für das Abitur im nächsten Jahr.

Außer Frage steht jedoch, dass etablierte Spielerinnen wie Birgit Prinz, Inka Grings, Nadine Angerer oder die im Finale verletzte Ariane Hingst, genauso wichtig für den siebten EM-Titel waren. Doch bei Kulig meine ich eine etwas andere Art, Fußball zu spielen, zu erkennen. Vielleicht steht die 19-Jährige für eine modernere Fußballkunst. Den Erfolg des bisherigen Frauenfußballs, zu erreichen oder gar zu toppen, ist jedoch eine schwere Bürde. Aber Prinz, Grings oder Angerer sind ja auch noch eine Weile zur Unterstützung dabei.

Bilder zum Spiel gibts HIER.

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