Wie sollten Journalisten mit Doping umgehen

27 08 2009

Wir haben uns letztens im Interview-Unterricht einige grandionse Beispiele für Interviews anghört bzw. sind darauf hingewiesen worden. Ich habe mir daher nochmal das Gespräch zwischen Johannes B. Kerner und Michael Johnson in Peking angeschaut.  Der 200- und 400-Meter-Olympiasieger von Atlanta (1996) hat Kerner da ein ums andere Mal ganz schön auflaufen lassen. Aber Kerner hat sich gut geschlagen, ist ruhig geblieben und hat in meinen Augen gepunktet.  Diskutiert wurde dazu auch bei STEFAN NIGGEMEIER. Die Sache ist zwar schon älter, aber es lohnt sich. Jetzt gibt es auch den richtigen Link. Sorry.

Schade fand ich nur, dass das Publikum die ganze Zeit für Johnson geklatscht hat. Will der Leser, Hörer und Zuschauer jetzt eigentlich einen kritischen Journalisten oder nicht?

Ein Kollege meinte letztens, Usain Bolt sei hundertprozentig gedopt.  So denken sicherlich viele. Aber als Journalist darf man meiner Ansicht nach auf keinen Fall eine Verdachts-Berichterstattung machen. Man muss über Doping sprechen – das ist ganz klar – aber den Sportler darf man nur direkt konfrontieren, wenn Beweise oder Anschuldigungen da sind.

Das Thema Doping ist journalistisch in der Umsetzung schwierig aufzugreifen. Es muss dabei sein, darf aber auch nicht überpräsent sein. Der Sport leidet und der Zuschauer scheint starke Skepsis und Kritik nicht zu honorieren, zumindest im Fall des Kerner Interviews. Ich finde es jedenfalls schwer, mit dem Thema umzugehen.

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