Goalball-EM in München_Absage verhindert

20 08 2009

Die Europameisterschaft im Goalball, einer paralympischen Sportart für Sehbehinderte, findet in diesem Sommer erstmals in Deutschland statt. Vom 24. bis 29. August kämpfen auf dem TUMCampus im Olympiapark 160 Sportler aus 15 Nationen um den Titel. „Im eigenen Land müssen Medaillen das Ziel sein“, sagt Männertrainer Knut Kursawe und meint auch die Frauen, „da kommen wir nicht dran vorbei.“ Beide Nationalteams gelten aber nicht als Favoriten, diese Rolle übernehmen Mannschaften aus Skandinavien. Die EM wäre beinahe ausgefallen, Anfang August stellten Kontrolleure Mängel am Dach der Aufwärmhalle fest, unter diesem Dach zu spielen, war zwischenzeitlich verboten. Weil ein Termin in der Leichtathletik-Halle verlegt wurde, können die Goalballer ihr Turnier dort austragen.

Wenn ab Montag der 1250 Gramm schwere Gummiball mit seinen drei Glöckchen im Inneren über den Hallenboden läuft – bei den Männern kann er bis zu 80 km/h schnell werden – arbeiten neben dem zehnköpfigen Organisationskomitee (OK) 25 Schiedsrichter und 60 freiwillige Helfer für die EM, unter ihnen drei Briten und zwei Belgier. Sie alle sind Freunde des 1946 von einem Deutschen und einem Österreicher für Kriegsinvaliden entwickelten Sports, dessen Feldgröße mit 18 mal neun Metern dem Volleyball gleicht. Die Spielfeld-Linien sind aufgeklebt, damit sich die Spieler durch Tasten orientieren können. Drei Goalballer pro Team versuchen, den Ball mit einem Aufsetzer ins Tor zu werfen bzw. zu rollen. Alle tragen eine lichtundurchlässige Brille und haben Pflaster auf den Augen. Die Spielzeit beträgt zweimal zehn Minuten.

Die Europameisterschaft wird unter anderem von der Stadt München, dem Freistaat und dem Bund gefördert. Thomas Kalix vom OK will sich bei der erwarteten Zuschauerzahl nicht festlegen, „aber über 200 pro Tag würde ich mich freuen. Am Finaltag soll die Halle dann voll sein.“

veröffentlicht in der SZ (20. August 2009; auch ONLINE)

Was ist Goalball? Das folgende Video vom Finale der Herren bei den Paralympics in Peking zeigt das sehr gut.

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