Afrodisierende Missionarseinstellung

26 07 2009

Es war verwunderlich, dass ein Mensch ungestraft so etwas von sich geben darf. Kondome können das Aids-Problem vergrößern, sagte Papst Benedikt XVI. kürzlich in Afrika. An Ostern schien er nun geistig wieder anwesend zu sein. Der afrikanische Kontinent solle zu den Waffen der Wahrheit und der Liebe greifen, predigte das Kirchenoberhaupt vom Balkon des Petersdoms. Zwischen den Zeilen waren die Aussagen aber nicht so harmlos gemeint, wie der Papst in der darauffolgenden Nacht verriet, als er schlafwandelnd noch einmal auf den Balkon stieg und seine wahren Gedanken verkündete.

Seit Fürstin Gloria von Thurn und Taxis weiß man: „Der Neger schnackselt gern.“ Um neue Gläubige zu casten, dachte sich Benedikt, bietet sich das doch an. Erst missionieren, dann die Verhütung verteufeln und schließlich eine Massenvermehrung ultrakonservativer Christen herbeiführen. Der heilige Pontisex plant, beim Abendmahl die Hostie mit einem Anti-Anti-Babypillen-Stoff zu bestäuben. In den Messwein wird flüssiges Viagra gepanscht, der Weihrauch mit einer aphrodisierenden Substanz angereichert. Am besten sollen die Kirchengänger noch im Gotteshaus schnackseln.

Papst Benedikt will seine Einrichtung zudem modernisieren: eine Abwrackprämie, schoss ihm ein heiliger Geistesblitz in den Kopf, für Spiralen. Jede Frau, die das Verhütungsmittel in der Kirche abgibt, erhält 1.000 Euro – plus die getunte Variante. Dass bei der neuen Spirale die Verhütungswirkung verpufft, bleibt natürlich verschwiegen. Ein Teufelszeug juchzte Benedikt. In einer groß angelegten Sabotage-Aktion, sollen Glaubenshelfer zudem in regelmäßigen Abständen flächendeckend Kondome einpieksen und verteilen. Der Clou ist die Hagebutten-Beschichtung von innen. Kondom-Träger werden doppelt bestraft. Eigentlich wollte Benedikt XVI. solche Give-Aways vom Balkon des Petersdoms werfen, vergaß die Marketingaktion jedoch im Fieber der coitalen Gedanken. Er hat sich aber gleich was Neues überlegt. TroPiKos – Babys, die trotz Pille und Kondom zur Welt kommen – werden automatisch zum Ministrantenchef ernannt. Und Billy Boy wird der neue Satan der jungen Generation.

Auf der Backstageparty zur Osterpredigt tischte der Vatikan dann auch Osterlämmer in Reiterstellung auf. Corporate Identity muss ja schließlich sein – auch nach innen. „So wie früher, früher, früher, ohne Gummiüberzieher“, pfiff Benedikt XVI. dabei fröhlich vor sich hin.

Südlich der Sahara leben mehr als zwei Drittel aller von HIV betroffenen Menschen. 2007 starben weltweit zwei Millionen an Aids. 1,5 Millionen Tote allein in Afrika, lieber Papst. Coitus Interruptus, Afrika Destructus!Urbi et Orgie – Amen!

DJS-Text (Glosse-Ausbildung bei Jochen Weiss)

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2 responses

9 09 2009
Schmidt

Der Text ist schon heftig. Ob man das so schreiben kann ? Leider ist aber viel wahres dran.

9 09 2009
fabischmidt

ja, das kann man. hat zumindest der dozent gemeint. in glossen darf man ruhig übertreiben.

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